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Die Kirche als interpretierende Gemeinschaft
von Carmelo Dotolo

1. Prämisse: Der interpretative Akt ist mit der Umschreibung der eigenen Identität verbunden, in Beziehung zum Andern. Die Begegnung mit kulturellen, sozialen und religiösen Andersheiten setzt den hermeneutischen Prozess eigentlich in Bewegung. Aus dieser Perspektive ist das Christentum aufgrund seiner historischen Entstehung eine Religion der Interpretation und die Kirche interpretierte bzw. interpretierende Gemeinschaft.

2. Im Prozess der Entstehung entdeckt sich die kirchliche Gemeinschaft, die Subjekt ist, als von einem Ereignis interpretierte, das sie formt und sinnstiftend ist: dieses Ereignis ist die Botschaft und die Praxis Jesu von Nazareth. Die ersten Glaubensbekenntnisse (Symbole, die die Interpretationen nacherzählen und codifizieren) drücken diese konstante Spannung in der fortschreitenden Entwicklung der christlichen Identität aus. In diesem Sinn konstituieren sowohl der liturgische Sitz im Leben wie auch der zeugnishafte Sitz im Leben die Inhalte, auf welche die Hermeneutik des Kerygma sich gründet und von denen her sie sich entwickelt.

3. Die Notwendigkeit einer hermeneutisch-kontextuellen Ausarbeitung des Kerygma fügt sich, in Beziehung zu den konstitutiven Fragen der Existenz, in die sozialen, kulturellen und religiösen Dispositive ein (ausgedrückt in den biblischen Erzählungen und in den Fragen zur Identität der ersten Gemeinschaften).

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